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VITA

1972 GEBOREN.
KABARETTIST GEWORDEN.
LIEBT SEINEN BERUF.

Oder aber hier noch einmal in längerer Ausführung:

 

Meine Familie kommt aus Wolfsburg. Aus welchen Gründen auch immer wurde ich 1972 allerdings nicht dort, sondern in Braunschweig geboren; in Peine-Ost, wie man in Hannover zu sagen pflegt – als Historiker denke ich aber eher an die Stadt Heinrichs des Löwen. 

Wir zogen dann zunächst nach Hildesheim in den Stadtteil Himmelsthür, wo es bis heute ein Postamt gibt, das Briefe an den Weihnachtsmann entgegen nimmt. 

Briefe an mich hingegen kommen in Himmelsthür nicht mehr an, weil ich seit 1977 in Hannover wohne. Dort bin ich auch zur Schule gegangen und in der elften Klasse über eine Projektwoche auf die Brettlbühne gelangt. Aus einem Kabarett-Projekt wurde eine AG, aus der AG ein Studentenkabarettensemble. Von 1989 bis 1999 entstanden zehn Ensembleprogramme mit den „Profilachtickern“.

 

Weitere Ereignisse in diesem Zeitraum: 

Abitur (bin sehr gerne zur Schule gegangen), Zivildienst (meine lehrreichste Zeit im Leben, die ich niemals missen wollte), Studium der Fächer Geschichte, Germanistik und kath. Theologie auf Gymnasiallehramt (leider nicht abgeschlossen, weil das Kabarett zu übermächtig wurde – bin aber als Hiwi zweier Professoren mit wissenschaftlichem Arbeiten gut vertraut) und Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker (Organist und Chorleiter – abgeschlossen und zertifiziert mit dem „C-Schein“).

1997 ERSTES SOLOPROGRAMM UND 1999 AUSGEZEICHNET MIT DEM „SCHWARZEN SCHAF VOM NIEDERRHEIN“

Als erster Preisträger dieses niederrheinischen Kabarettpreises wurde ich dank des Schirmherren und Juryvorsitzenden Hanns Dieter Hüsch auf die professionelle Bühne geworfen. 

Hüsch habe ich so unglaublich viel zu verdanken! Das Andenken an diesen menschenfreundlichen, humanistischen Kabarettisten und stillvergnügten Clown zu bewahren, wird mir immer ein tiefes Bedürfnis bleiben. 

 

Es folgten Tourneen, weitere Kabarettpreise (u.a. der Prix Pantheon, das „Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder“ und der „Spezialist“), Radiocomedy (dafür erhielt ich den „ffn-comedy-award) und Engagements in Varietés (u.a. bei Roncalli, im GOP und im Hamburger Hansatheater). 

Bis heute entstanden zwölf Soloprogramme, ein Best-of und einige Projekte mit Kollegen. 

 

Seit 2007 arbeite ich eng mit Detlef Wutschik und seinem Alter Ego Werner Momsen zusammen. Drei zeitlose komödiantische Theaterstücke sind seitdem entstanden. Es ist einfach wunderbar, mit Herrn Momsen unterwegs zu sein. Zumal Herr Momsen bekanntermaßen ein wenig anders ist als wir: er ist eine Puppe und sieht die Welt durch die Augen, die ihm Detlef Wutschik angenäht hat! 

 

Die Musik ist meine große Leidenschaft. 

Mit neun Jahren habe ich begonnen, das Klavierspiel zu lernen, dann kam die Gitarre dazu, das Akkordeon, aus der Wander- wurde eine E-Gitarre, der erste Synthesizer ließ mich andere Klangdimensionen erobern, die Kirchenorgel wurde mein Hauptinstrument und an meinem Schlagzeug kann ich trommeln, ohne dass mich jemand ermahnt, doch bitte mal stillzusitzen. Mundharmonika, Zither, Hackbrett, Handpan, Ukulele, Saxophon - aus all diesen Instrumenten kriege ich Töne raus, manchmal schönere, manchmal sehr gewagte. Mein Arbeitszimmer ist zugleich ein Musikzimmer.

 

2009 gründete ich mit Carsten Hormes eine Zwei-Mann-Band, zu der kurz danach Wolfgang Stute dazu stieß. Höhepunkt war die Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises im Jahre 2013. Und sieben Jahre später gab es dann noch für das musikalische Programm den „Gaul von Niedersachsen“.

 

2016 erschien das erste von bislang drei Büchern, die ich mit dem Maler Ole West zusammen herausgegeben habe. 

 

2023 veröffentlichte ich im zu Klampen Verlag „Klappstuhl und ich!“, ein Buch, das aus dem gleichnamigen Bühnenprogramm erwachsen ist. 2025 wurde meine satirische Erzählung „Erinnerungen, die noch nicht stattgefunden haben, sind umgehend nachzuholen“ herausgebracht. Beide Bücher sind im Buchhandel erhältlich, bzw. von heute auf morgen bestellbar. 

 

2025 feierte im Theater am Aegi in Hannover mein aktuelles Soloprogramm „Sachen gibt’s“ Premiere, bei dem Holger Stockhaus die Regie geführt hat. Mit ihm habe ich jahrelang bei den Profilachtickern gespielt. Holger hat nach erfolgreichem Abschluss der Schauspielschule in Bochum eine großartige Karriere als Schauspieler hingelegt, ist u.a. als Bestatter Wolfgang Habedank in der Krimi-Reihe „Friesland“ zu sehen und spielt regelmäßig in der „heute-show“ und bei „Sketch History“ im ZDF mit. Ich muss sagen: Er ist aber auch ein exzellenter Regisseur - ich habe sehr viel gelernt! 

 

Manch wahres Erlebnis ist in meine Programme eingeflossen, manch anderes hingegen meiner Phantasie entsprungen. Die Bühne kennt seit jeher alternative Fakten, obgleich das Kabarett doch stets auf der Suche nach der Wahrheit bleibt. Manchmal jedoch liegt mehr Wahrheit im Fiktiven und im Realen so viel Lüge. In diesem Spannungsbogen steckt der Zauber des Theaters.

Bedauerlicherweise wird die Satire zurzeit auf eine surreale Weise von der Realität überholt, so dass die Wirklichkeit manchmal kaum mehr zu überzeichnen ist. 

 

Bleibt natürlich die immer wieder gestellte Frage: 

Bist Du Kabarettist oder Comedian? 

Ich bin Kabarettist, Comedian, gerne auch Komiker, Musiker, Literat, Conférencier oder Entertainer. Die Schublade ist mir egal. Ich stehe einfach leidenschaftlich gerne auf der Bühne! 

 

Neben meiner Bühnentätigkeit ist mir ein ehrenamtliches Engagement sehr wichtig: 

ICH BIN SCHIRMHERR DES VEREINS NIERENKRANKER KINDER E.V. 

Dialyse, Transplantation, Therapien, lange Krankenhausaufenthalte – der Verein leistet eine unersetzliche Arbeit für Kinder mit schweren Nierenerkrankungen, die auf Dialyse oder Transplantation angewiesen sind und für ihre Familien. Ich unterstütze diesen Verein von ganzem Herzen und bin auch nach Auftritten gerne Ansprechpartner für Menschen, die Hilfe für ihre nierenkranken Kinder benötigen oder aber den Verein finanziell unterstützen wollen.

 

Als Schirmherr des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes der Malteser in Hannover versuche ich, die Idee der Hospizbewegung weiter bekannt zu machen. Mir ist es ein dringliches Anliegen, schwerkranke Menschen und Sterbende nicht alleine zu lassen, sondern sie zu begleiten, mit ihnen zu weinen, aber auch zu lächeln oder zu lachen. Ich bin immer wieder tief berührt von den Berichten der Ehrenamtlichen, wieviel Leben auch angesichts des nahenden Todes möglich ist.

 

Seit 2019 bin ich Mitherausgeber des Straßenmagazins „Asphalt“. Seit Jahrzehnten ist „Asphalt“ für viele Menschen die Chance geworden, aus Wohnungslosigkeit oder Armut herauszukommen. „Asphalt“ gibt Arbeit und Würde und ganz handfeste Begleitung, wenn es z.B. um Arztbesuche o.ä. geht. 

 

Seit 2023 bin ich Botschafter des Johanniter-Weihnachtstruckers in Niedersachsen. Der Weihnachtstrucker bringt Pakete mit Grundnahrungs- und Hygieneartikeln nach Osteuropa, zuletzt vor allem in die Ukraine.

 

Seit 2025 bin ich Schirmherr des Vereins MENTOR – Die Leselernhelfer Barsinghausen-Schaumburg. Lesen ermöglicht Teilhabe an der Gesellschaft. Deswegen ist es wichtig, Kindern, die es nicht so leicht in ihrem Leben haben, beim Lesenlernen zu helfen und ihnen dadurch diese Teilhabe zu ermöglichen.

 

Diese ehrenamtlichen Tätigkeiten begleiten natürlich auch mein Denken und Schreiben für die Bühne. Ich habe durch viele Begegnungen und Gespräche sehr viel gelernt. Und oft ist mir das, was ich auf der Kinder-Nephrologie im Krankenhaus oder im Kreise der Hospiz-Ehrenamtlichen erlebt und gehört habe, weit wichtiger als die tagespolitische Aufregung. In Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder an einem Sterbebett können wir einerseits zutiefst erfahren, was Menschsein bedeutet und leider erleben wir sehr oft, wie Staat und Gesellschaft sich gerade hier wegducken. Oft sind es gerade die Kinder, die keine Lobby haben. Für sie laut zu sein, ist mir ein Herzensanliegen.

 

Ich werde häufiger nach der Definition von Kabarett gefragt. Vielleicht kann ich es verkürzt so ausdrücken:

KABARETT OHNE HALTUNG IST NICHT MÖGLICH!

Und mein Fundament ist der Humanismus! 

Humanismus ist nicht parteipolitisch, sondern das Maßband, das ich an Politik, Gesellschaft und nicht zuletzt an mich selbst anlege. Oder anders gesagt: Egal, welche gegensätzlichen Ideen wir für die Entwicklung unserer Gesellschaft haben – der Artikel eins des Grundgesetzes sollte unser kleinster gemeinsamer Nenner sein.

 

Ich liebe es, Menschen zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen, ernst und albern zu sein und nicht zuletzt: Musiker sein zu dürfen, der hoffentlich mit dem einen oder anderen Lied anrühren oder aber Füße zum taktvollen Wippen bringen kann.

 

Hanns Dieter Hüsch hat einmal folgendes formuliert:

 

Ich bin gekommen Euch zum Spaß

Und gehe hin wo Leides ist

Und Freude

Und wo beides ist

Zu lernen Mensch und Maß

 

Dem kann ich nichts hinzufügen! 

 

Privat bin ich übrigens ein großer Fan von Nord- und Ostsee. Auf dem Deich schlägt mein Herz wohlig, das Gemähe der Schafe und das Gekreische der Möwen sind mein akustisches Lebenselixier und wenn dann noch irgendjemand Plattdüütsch snackt, dann ist die Welt ein bisschen mehr im Lot. Und da gilt dann auch: 

Ein norddeutsches „Na!“ sagt mehr als tausend Worte!

In diesem Sinne: 

Na!

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